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Stationssoftware 7xx bis 714.0 (R20-2) / Funktionsbeschreibung Ausgabe 11/2020
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Einschränkungen
Bestückung von alternativen Bauelementen ist nur in Verbindung mit SIPLACE Setup Center
möglich.
6.6 LED-Bestückung
6.6.1 Umrüstunterstützung für LED-Förderer
Für Bestückautomaten mit LED-Förderern stellt die Stationssoftware eine Funktion bereit, mit der
diese Förderer bei einer Umrüstung geleert werden. Bei einer Umrüstung müssen alle Förderer
zuerst geleert werden, damit sie anschließend wieder mit Bauelementen von einer anderen
Leuchtklassenkombination aufgefüllt werden können. Auf der Bedienebene Erweiterte Produktion
kann der Bediener die Funktion Förderer leeren in der Ansicht Förderer, Bauelemente, Pipetten
– Rüstung über die Fördererdetails starten. Die Funktion muss für jeden einzelnen Förderer
angestoßen werden. Für die mit dieser Funktion abgeholten/abgeworfenen Bauelemente gibt es
einen zusätzlichen Abwurfbehälter, der auf dem BE-Tisch platziert ist.
6.6.2 LED Maschinenkonfiguration
Da die heute eingesetzten LED-Förderer mit eigenen BE-Tischen geliefert werden, werden einige
Maschinenteile nicht benötigt in Kombination mit LED-Förderern. Hierfür wird eine kostengünstige
neue Maschinenkonfiguration angeboten: die X4-Konfiguration X4-LED. Diese Maschine ist mit
einem DX-Tisch mit FCU/2 ausgerüstet, aber Gurtschneider und Entriegelungsleiste fehlen.
6.7 Bestückpositionen während Bestückung teachen
Bei einigen Bauelementen gibt es Diskrepanzen zwischen der Gehäuseformbeschreibung und der
Bestückposition auf der Leiterplatte. Ohne Anpassungen auf der Leiterplatte, würde das
Bauelement in solchen Fällen an die falsche Position gesetzt werden. Die Stationssoftware bietet
eine neue Funktion an, mit der der Anwender Bestückpositionen mithilfe der Leiterplattenkamera
auf der Leiterplatte anpassen kann.
Beispiel:
Insbesondere bei Steckern mit Anschlüssen für Durchkontaktierung (Zentrierstifte oder Federn) auf
einer Leiterplatte hat man das Problem, dass es beim Bestücken wichtiger ist, mit den
Durchsteckstiften die Durchkontakte auf der Leiterplatte genau zu treffen, als die beschriebenen
Beine auf die Löt-Pads zu setzen.
Über SIPLACE Pro oder an der Station in der Ansicht Bestückpositionen lassen sich
Bestückpositionen als "zu teachen" markieren. Sie sind dann in der Liste der Bestückpositionen so
markiert.
Während der Bestückung hält der Ablauf unmittelbar vor dem Setzen des Bauelements an und
ermöglicht es dem Anwender, die Bestückposition zu beeinflussen. Der Anwender kann die
Bestückposition korrigieren oder die Aufforderung zum Teachen bewusst ignorieren. In beiden
Fällen wird die Bestückung fortgesetzt.
Wenn die Bestückposition korrigiert wird, kann der Anwender darüber hinaus entscheiden, ob in
das Bild der Leiterplattenkamera die schematischen Umrisse des Bauelements oder ein reales Bild
des Bauelements eingeblendet werden soll.

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Von der Bestückposition werden nun unter Berücksichtigung der Bauelementdimension und
Bestücklage ein oder mehrere Live-Bilder mit der Leiterplattenkamera aufgenommen, zu einem
Gesamtbild zusammengesetzt und auf der GUI angezeigt. Anhand dieser Ansicht kann die
Bestückposition verschoben und/oder rotiert werden.
Die korrigierte Bestückposition kann gespeichert werden. Die Korrektur wirkt sich dabei nicht nur
auf die aktuell geteachte Bestückposition aus, sondern auch auf analoge Positionen in identischen
Kopien der Teilschaltung. Dabei wird die neue Bestückposition an SIPLACE Pro übermittelt. Eine
erneute Vorgabe des Produkts ist nicht notwendig.
Alle Veränderungen in den Bestückpositionen werden von der Stationssoftware mitgeschrieben
und in die lokale Ereigniserfassung (Event-Log) eingetragen.
HINWEIS
Die Bestückposition kann nur korrigiert werden, wenn der Anwender die entsprechenden
Rechte in SIPLACE Pro hat, um eine Position auf einem Nutzen zu verändern. Um die
Korrekturmöglichkeit frei zu schalten, muss sich der Anwender zuerst authentifizieren.
Einschränkungen
– Auf die gesamte Linie gesehen ist es nicht möglich, sämtliche Bestückpositionen einer
Leiterplatte an einem einzigen Bestückautomaten zu teachen. Lediglich die Bestückpositionen,
die an einer Station wirklich bestückt werden, befinden sich in der Auswahlliste. D.h., um alle
Bestückpositionen korrigieren zu können, muss die Leiterplatte durch die gesamte Linie
gefahren werden.
– Nach einem Teach-Vorgang wird keine Machbarkeitsprüfung an der Station durchgeführt.
Durch das Rückspeichern von der Station nach SIPLACE Pro und das darauf folgende
Download auf die anderen Bestückautomaten, wird eine Machbarkeitsprüfung von SIPLACE
Pro durchgeführt. Diese könnte scheitern, wenn die resultierenden Bestückpositionen nicht
mehr angefahren werden können.
6.8 Helligkeitkalibrierung der digitalen Kamerasysteme
Mit der Helligkeitskalibrierung (Berechnung und Abgleich der individuellen Helligkeit der
Beleuchtung) der digitalen Sensorsysteme für die Kameras soll erreicht werden, dass dasselbe
Bauelement mit einer identischen Gehäuseformbeschreibung auf allen Bestückautomaten
gemessen werden kann. Dafür muss der Helligkeitswert der Sensorsysteme übereinstimmen. Eine
Erstkalibrierung wird ab Werk durchgeführt. Da aber erfahrungsgemäß die Sensorsysteme im
Laufe der Zeit verschmutzen und nachdunkeln, verbessert eine erneute Kalibrierung vor Ort die
Erkennung von Bauelementen, besonders bei älteren Bestückautomaten.
Die Helligkeitskalibrierung kann ab dieser Stationssoftware-Version auch beim Kunden auf
einfache Weise durchgeführt werden. Die GUI wurde um die Funktion Beleuchtung kalibrieren
erweitert. Somit ist es möglich, für jede in dem Bestückautomaten konfigurierte BE-Kamera oder
LP-Kamera einen automatischen Helligkeitsabgleich durchzuführen.
Voraussetzungen:
– Die Maschine muss leer sein.
– Das FCCS-Tool “Kamera Kalibrierplatte FCCS digital“, auf dem sich die speziellen Kalibrierteile
für die Kalibrierung der Beleuchtung aller momentan im Einsatz befindlichen digitalen Kameras
befinden. Nähere Informationen hierzu bekommen Sie über den SIPLACE Service.
– Der Bediener ist in der Bedienebene Service (Kunde) oder Service (SIPLACE) angemeldet.
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6.9 Kein Maschinenstillstand bei "Spur-leer"-Fehlern im I-Placement-
Modus
Wenn ein Förderer im I-Placement-Modus nur an einer Seite des Bearbeitungsbereichs leer
gelaufen ist, bleibt die Maschine nicht mehr stehen, sondern bestückt mit den verbleibenden
Bestückköpfen weiter. Es wird eine entsprechende Fehlermeldung im Statusfeld angezeigt. Die
Option Maschinenstopp bei Abholfehler kann auf der GUI unter Einstellungen –
Softwareoptionen aktiviert/deaktiviert werden.
Voreinstellung: aktiv = Maschinenstopp.
Einschränkungen
– Wenn die Option Maschinenstopp bei Abholfehler deaktiviert ist, werden keine
Maschinenstoppfehler mit Grund Abholfehler an OIS und Explorer weitergeleitet. Eine
Auswertung von Stillstandszeiten wegen Abholfehler ist dann nicht mehr möglich.
– Wenn der Bestückautomat nicht anhält, kann es passieren, dass er zwar nicht mehr bestückt
(er wartet auf das Auffüllen der Förderer) aber auch nicht gestoppt ist (zum Beispiel würden
weiterhin Leiterplatten einfahren können). In OIS wird dieser Zustand dann als "Produzierend"
und nicht als gestoppt angezeigt.
6.10 SIPLACE Smart GUI
Mit dem neuen SIPLACE Smart GUI soll ein ungeschulter Bediener auf der Bedienebene
Produktion in der Lage sein, den Bestückautomaten am Laufen zu halten und eventuell
entstandene Probleme zu lösen, ohne Fehlermeldungen lesen zu müssen. Damit die SIPLACE
Smart GUI in die GUI der Stationssoftware integriert wird, muss sie nach der Installation der
Stationssoftware von der entsprechenden extra DVD installiert werden, die im Standardpaket
mitgeliefert wird. Siehe Installationsanleitung zur Stationssoftware, Artikelnummer [00196771-xx].
Auf der GUI der Stationssoftware gibt es für die SIPLACE Smart GUI unten links eine neue
Schaltfläche. Diese Ansicht ist voreingestellt, wenn die GUI der Stationssoftware gestartet wird.
Während der Bestückautomat produziert, wird eine einfache Übersicht mit Information über die
Rüstung und Anzahl produzierten Leiterplatten angezeigt: