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Betriebsanleitung Linienrechner UNIX 11 Produktionsmittel / Optimierung
Software-Version 501.xx Ausgabe 01/99 11.4 Optimierungs-Dialog
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- FESTSETZUNG DER LAUFZEIT
Die Laufzeit der Optimierung wächst mit der Anzahl der Aufträge exponentiell an. Über die Laufzeit kann
die Qualität der Rüstung eingestellt werden: große Laufzeit -> gute Rüstung, kleine Laufzeit -> schlechte
Rüstung. Die Laufzeit der Optimierung kann begrenzt werden. Ist die eingestellte Laufzeit überschritten,
bzw. die eingestellte Anzahl der Iterationsschritte durchlaufen, wird die Optimierung abgebrochen. Die
beste bis dahin gefundene Lösung wird weiter verwendet.
Die Optimierung kann reproduzierbare (Parameter: "Anzahl Iterationsschritte") und nicht reproduzierbare
Ergebnisse (Parameter: "Board Booster: Programmlaufzeit pro Los") liefern.
- Board Booster: Programmlaufzeit pro Los [sec]
Mit diesem Parameter kann eingestellt werden, wie lange die Optimierung für einen Auftrag laufen
soll. Durch Multiplikation mit der Anzahl der Aufträge einer Losdatei kann die Gesamtlaufzeit der Opti-
mierung für die Losdatei ermittelt werden. Es wird eine optimalere Rüstung errechnet, aber dadurch
mehr Zeit für die Berechnung benötigt. Die Optimierungsergebnisse sind nicht reproduzierbar.
- Anzahl Iterationsschritte
Mit diesem Parameter kann eingestellt werden, wieviel Optimierungsläufe (Iterationsschritte) durch-
laufen werden sollen, bis eine Rüstung erstellt ist. Danach wird die Optimierung abgebrochen und die
beste Rüstung ausgesucht. Die Optimierungsergebnisse sind reproduzierbar, die Dauer der Optimie-
rung ist jedoch nicht genau vorhersehbar.
Bedeutung der Buttons
- Zurücksetzen
Mit diesem Button werden die Standardwerte auf die Defaultwerte zurückgesetzt. Sie werden dabei
gelöscht.
- OK
Mit diesem Button werden die geänderten Werte übernommen.
- Abbruch
Mit diesem Button werden die geänderten Werte verworfen und der alte Stand wieder hergestellt.
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11.4.3.2 Beispiele zur Parametereinstellung
Die Parametereinstellung für die Rüstoptimierung hängt sehr stark von der Häufigkeit der Rüstwechsel
innerhalb einer Fertigung ab.
Anhand von drei Beispielen soll dargestellt werden, wie die Parameter in den verschiedenen Fertigungssitua-
tionen eingestellt werden können:
hoch-flexible Fertigung: es werden in kürzester Zeit viele verschiedene Aufträge mit Rüstwechsel
gefertigt.
flexible Fertigung: es werden häufig Rüstwechsel durchgeführt, wobei auch immer wieder die glei-
chen Aufträge gefertigt werden.
starre Fertigung: es wird über einen langen Zeitraum unverändert nur mit einer einzigen Rüstung
gefertigt.
Beispiel 1: hoch-flexible Fertigung
Rüstproblem:
Bei einer hoch-flexiblen Fertigung wird täglich umgerüstet, um neue Produkte zu fertigen. Es wird
auftragsbezogen umgerüstet.
Ziel:
Für einen Auftrag soll möglichst schnell eine Rüstung berechnet werden. Der Umrüstaufwand soll so gering
wie möglich sein. Die Produktionszeit spielt eine untergeordnete Rolle.
Parametereinstellung:
Familienbildung nach der Methode Sequenz.
Maximale Anzahl (Förderer) bei Dominanz: 1.
Anzahl Iterationsschritte: 1
(Bei der Einstellung 0 wird eine einzige Rüstung erzeugt. Sie ist jedoch nicht optimiert. Dies ist die
kürzeste Art, zu einer Rüstung zu kommen.).
Losdateieinstellung:
Die Losgröße auf 1 stellen, damit nur die Umrüstzeit eine Rolle spielt.
Eine Anfangsrüstung eingeben, d.h. die z.Z. gerüstete Rüstung der Linie.
Auswirkung:
Es wird in der kürzest möglichen Zeit aus der Anfangsrüstung eine Folgerüstung errechnet, die folgende
Eigenschaften hat:
Es wird eine minimale Umrüstzeit von der Anfangsrüstung zur Folgerüstung erreicht.
Jedes Bauelement ist nur ein einziges Mal gerüstet. Die Dominanz von Bauelementen wird unter-
drückt.
Förderer mit zwei Fächern, die aus der Anfangsrüstung in die Folgerüstung übernommen werden,
bleiben spurtreu gerüstet.
Nicht benötigte Bauelemente der Anfangsrüstung bleiben stehen.
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Beispiel 2: flexible Fertigung
Rüstproblem:
Bei einer flexiblen Fertigung werden häufig Rüstwechsel durchgeführt, wobei auch immer wieder die
gleichen Aufträge gefertigt werden. Es wird mittelfristig geplant.
Ziel:
Zusammenfassen von Produkten zu Rüstfamilien mit dem Schwerpunkt auf geringer Produktionszeit.
Umrüstvorgänge möglichst auf Wechseltische beschränken.
Parametereinstellung:
Familienbildung nach der Methode Mittelwert.
Maximale Anzahl (Förderer) bei Dominanz: 2.
Anzahl Iterationsschritte: 5.
Losdateieinstellung:
Die Losgröße auf einen realistischen Wert stellen.
Eine Festrüstung eingeben, falls gewünscht.
Auswirkung:
Es wird in mittlerer Zeit eine Rüstung bzw. eine Rüstfamilie berechnet, die folgende Eigenschaften hat:
Die Umrüstzeit wird entsprechend der Losgröße berücksichtigt.
Die Umrüstvorgänge beschränken sich auf die Wechselwägen (falls konfiguriert).
Die Produktionszeit wird optimiert. Es entsteht ein Kompromiß zwischen Produktionszeit und Umrüst-
zeit.