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3 Funktionsbeschreibung und Aufbau 3.3 Grundlagen 38 Bedienungsanleitung SIPLACE Linear Dipping Unit 2 X 05/2020 3.3.3 Vernarbungszeit Flussmittel sind aus verschiedenen Bestandteilen zusammengesetzt. Typischerweise sind…

3 Funktionsbeschreibung und Aufbau
3.3 Grundlagen
Bedienungsanleitung SIPLACE Linear Dipping Unit 2 X 05/2020 37
Einfluss der benetzenden Flüssigkeit auf den Dipp-Bereich
Am Rand der Kavität bildet sich eine Hohlkehle im Flussmittel aus. Diese hat eine Breite von unge-
fähr einem bis zwei Millimetern.
1. Dipping-Platte
2. Flussmittel
3. Breite der Hohlkehle
Das bedeutet, dass der nutzbare Bereich der Dipping-Platte etwas kleiner ist als die Kavität selbst.
1. Dipping-Platte
2. Kavität
3. Hohlkehle
4. Dipp-Bereich, bestimmt durch die Hohlkeh-
le
5. Randbereich, bestimmt durch die Hohlkeh-
le
In der Stationssoftware wird dieser Effekt berücksichtigt. Hier wird vom Bestückautomat beim Dip-
pen der Bauelemente automatisch ein Rand eingehalten. Die Größe des Rands wird von dem
SIPLACE Pro-Parameter Dipp-Rand
bestimmt.
Beispiel: Bei einem Dipp-Rand von 3 mm ist der Dipp-Bereich also 6 mm kleiner als die Kavität
selbst. Die Kavität hat eine Größe von 75 mm x 55 mm, der verfügbare Dipp-Bereich also eine
Größe von 69 mm x 49 mm.
1. Dipping-Platte
2. Kavität
3. Abdruck des gedippten Bauelementes im
Flussmittel
4. Dipp-Bereich, bestimmt durch die Software
5. Randbereich, bestimmt durch den
SIPLACE Pro-Parameter Dipp-Rand

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3.3.3 Vernarbungszeit
Flussmittel sind aus verschiedenen Bestandteilen zusammengesetzt. Typischerweise sind das:
●
Kolophonium (Lötbarkeit, Klebrigkeit, Sauberkeit, Druckbarkeit)
●
Aktivator (Lötbarkeit, Zuverlässigkeit, Lebensdauer, Sauberkeit)
●
Stabilisator (Thixotropie-Stabilität, Druckbarkeit, Konturenstabilität)
●
Lösungsmittel (Widerstandsverhalten, Klebrigkeit, Viskosität)
Das Lösungsmittel im Flussmittel kann auf Wasser oder Alkohol basieren. Diese Stoffe verdunsten
mit der Zeit, wenn das Flussmittel in einem offenen Behälter steht.
Bei der LDU befindet sich eine sehr dünne Flussmittelschicht in der Kavität der Dipping-Platte. Hier
kann das Lösungsmittel über eine sehr große Fläche verdunsten (1)
. Auf der Oberfläche des Fluss-
mittels bildet sich dann eine dünne Haut (2)
, das Flussmittel vernarbt. In dieser Haut sind die Pro-
zesseigenschaften des Flussmittels anders als innerhalb des restlichen Flussmittels.
Wenn während der Produktion mit längeren Stillstandzeiten zu rechnen ist, dann kann die Vernar-
bungszeit eingestellt werden. Die LDU führt nach Ablauf dieser Zeit einen Applikationsvorgang
durch. Die Vernarbungszeit wird in der Liniensoftware eingestellt: 4.1.11
"Vernarbungszeit eines
Flussmittels einstellen" [}57].
3.3.4 Viskosität und Thixotropie
In einigen Flussmitteln sind Chemikalien enthalten, die die Viskosität beeinflussen. Einige Materi-
alien verändern unter Druck ihre Viskosität. Beispiele aus dem Alltag sind Mayonnaise und Ketch-
up. Mayonnaise ist sehr zähflüssig, wird aber unter Druck dünnflüssig. Ketchup fließt besser aus
der Flasche, wenn er vorher geschüttelt wurde. Die Viskosität dieser Materialien ändert sich, nach-
dem der Stoff bewegt wurde. Solche Stoffe werden als thixotrop bezeichnet.
Die meisten Stoffe erhöhen ihre Viskosität bei Kühlung und verringern diese bei Erwärmung.
Die LDU stellt eine Aufwärmfunktion bereit ("Warmrakeln"). Damit kann die Viskosität des Flussmit-
tels vor der Bearbeitung beeinflusst werden. Während der Aufwärmphase führt die LDU eine ein-
stellbare Anzahl an Rakelvorgängen aus. Das Flussmittel wird durch diese Bewegung geschmeidig
gemacht.
Die Aufwärmphase wird in der Stationssoftware gestartet: 4.15 "Aufwärmphase Starten" [}87].

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3.3.5 Rakelgeschwindigkeit
Bei einigen Flussmittelarten hat die Rakelgeschwindigkeit einen sehr großen Einfluss auf die Ober-
fläche des Flussmittels nach der Applikation.
1. Die Rakelachse fährt mit der Maximalge-
schwindigkeit nach vorn in die Wendeposi-
tion(5)
.
2. Die Rakelachse befindet sich in der Wend-
eposition(8)
.
3. Die Rakelachse fährt mit der einstellbaren
Rakelgeschwindigkeit über die Kavität
zurück(6)
in die Beschleunigungsposi-
tion(9)
.
4. Die Rakelachse fährt mit der Maximalge-
schwindigkeit(7)
zurück in die Parkpositi-
onauf der Parkplatte(10)
.
Die Rakelgeschwindigkeit wird in der Liniensoftware eingestellt: 4.1.12 "Aufwärmphasen und Ra-
kelgeschwindigkeit einstellen" [}58].
Die optimale Rakelgeschwindigkeit für das jeweilige Flussmittel muss experimentell ermittelt wer-
den. Dabei ist es hilfreich, von folgenden maximalen Geschwindigkeiten auszugehen:
●
Flussmittel = 200mm/s
●
Lotpaste = 200mm/s