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2 Sicherheit 2.7 Vorgehensweise zum Verriegeln der Maschine und Anbringen von Warnschildern 42 Betriebsanleitung ASM ProcessLens Dual-lane 06/2018 ► Die folgenden Schritte müssen eingehalten werden, um die Maschine wiede…

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2 Sicherheit
2.7 Vorgehensweise zum Verriegeln der Maschine und Anbringen von Warnschildern
Betriebsanleitung ASM ProcessLens Dual-lane 06/2018 41
2.7 Vorgehensweise zum Verriegeln der Maschine und
Anbringen von Warnschildern
2.7.1 Zweck und Umfang
Bevor Sie an der Maschine Wartungs- oder Servicearbeiten durchführen, müssen Sie die
Maschine gegen Wiedereinschalten sichern und entsprechende Warnschilder anbringen. Wenn Sie
sich an die nachstehend beschriebene Vorgehensweise halten, ist eine Verletzungsgefahr für Mit-
arbeiter ausgeschlossen.
HINWEIS
Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen
Dieses Verfahren beinhaltet die Mindestanforderungen, die an das Verfahren zum Verrie-
geln bzw. Anbringen von Warnschildern an der Maschine bei Wartungs- und Servicearbei-
ten gestellt werden. Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen, die nötig sind, um die Arbeit si-
cher zu beenden, können von der Arbeitssicherheit, dem Sicherheitsbeauftragten, dem Si-
cherheitskommittee und der Gesundheitsabteilung spezifiziert werden.
2.7.2 Beschreibung
Befolgen Sie die nachstehend beschriebene Vorgehensweise, wenn es nötig ist, die Stromversor-
gung in der Maschine zu isolieren, zu steuern oder freizusetzen:
Benachrichtigen Sie alle betroffenen Mitarbeiter.
Fahren Sie die Maschine herunter. Führen Sie das normale Abschaltverfahren durch:
Drücken Sie die Stopp-Taste,
(siehe Abb. "Position der Schalter und Tasten" [}35]).
Beenden Sie die ASM ProcessLens-Inspektionssoftware.
Fahren Sie den Steuerrechner herunter.
Schalten Sie die Maschine am Hauptschalter aus (siehe Abb. "Position der Schalter und
Tasten" [}35]).
Trennen Sie die Maschine von allen Stromquellen:
Trennen Sie die Verbindung zum Netzanschluss.
Verriegeln Sie die Maschine:
Bringen Sie, wenn möglich, ein Schloss an (z.B. am Hauptschalter).
HINWEIS
Alternativ: Anbringen von Warnschildern
Wenn eine Maschine verriegelt werden kann, muss dies erfolgen. Es gibt jedoch Situatio-
nen, in denen bei Abschalteinrichtungen kein Schloss angebracht werden kann. In diesen
Fällen müssen Warnschilder an den freigeschalteten Maschinen angebracht werden, um
die Mitarbeiter zu warnen, dass die Maschine zu Servicezwecken freigeschaltet wurde. Das
Schild muss sicher befestigt werden, von allen Seiten einsehbar sein und darf nur von der
Person entfernt werden, die es angebracht hat.
Freisetzen gespeicherter Energie: Gespeicherte Restspannung in Elektrolytkondensatoren
muss durch geeignete Maßnahmen freigegeben werden.
Lassen Sie nach Ausschalten der Maschine die angegebene Entladezeit verstreichen
(siehe Abschnitte 2.6 "Restspannungen und Entladezeiten in der Maschine" [}40] und 2.7
"Vorgehensweise zum Verriegeln der Maschine und Anbringen von Warnschil-
dern" [}41]), bevor ohne Gefahr Arbeiten an der Maschine durchgeführt werden können.
Überprüfen der Verriegelung.
Testen Sie die Verriegelung indem Sie einfach den START-Taster drücken.
2 Sicherheit
2.7 Vorgehensweise zum Verriegeln der Maschine und Anbringen von Warnschildern
42 Betriebsanleitung ASM ProcessLens Dual-lane 06/2018
Die folgenden Schritte müssen eingehalten werden, um die Maschine wieder in den Betriebs-
zustand zu bringen:
Überprüfen Sie den Arbeitsbereich. Befugte Mitarbeiter sollten ihre Werkzeuge entfernen
und alle Sicherheitseinrichtungen wieder reinstallieren.
Benachrichtigen Sie alle betroffenen Mitarbeiter.
Informieren Sie alle Arbeiter in dem betroffenen Bereich, dass die Maschine wieder in
Betrieb genommen wird, bevor Sie Schlösser bzw. Warnschilder entfernen.
Entfernen Sie die Schlösser/Warnschilder.
Jeder dazu befugte Mitarbeiter muss sein Schloss entfernen und unter Verschluss neh-
men. Jeder befugte Mitarbeiter verfügt über ein eigenes Schloss.
Schalten Sie die Maschine ein. Befugte Mitarbeiter sollten den Betrieb beobachten, um si-
cherzustellen, dass die Reparaturen korrekt durchgeführt wurden.
Sehen Sie dazu auch...
2 2.5.2.1 "Position der Schalter und Tasten an der Maschine" [}35]
2.7.3 Tests
Wartungspersonal kann die Schaltkreise testen, indem sie aktiviert werden, ohne die Verriegelung
rückgängig zu machen. Dies darf nur erfolgen, wenn keine Personen Arbeiten an der zu testenden
Baugruppe durchführen.
Es ist außerordentlich wichtig, dass alle Remote-Starttasten mit dem Warnschild "Nicht in Betrieb
nehmen" gekennzeichnet sind, um so ein unbeabsichtigtes Starten der Anlage in dieser Zeit zu
verhindern.
2.7.4 Zuständigkeiten und Verpflichtungen
Das Instandhaltungs- und Wartungspersonal ist dafür zuständig, sicherzustellen, dass dieses
Verfahren eingehalten wird.
Der unmittelbar Vorgesetzte des Instandhaltungs- und Wartungspersonals ist dafür zuständig,
sein Personal in dieses Verfahren einzuweisen.
Der Sicherheitsbeauftragte ist, mit Unterstützung des Sicherheitsausschusses, des Gesund-
heitsdienstes und der verschiedenen Abteilungsleiter und stellvertretenden Vorsitzenden,
dafür zuständig, das Verfahren zum Verriegeln und Kennzeichnen zu führen und zu verwal-
ten.
2.7.5 Schulung
Mitarbeiterschulung:
Es ist erforderlich, dass alle Mitarbeiter eine Schulung zu den Sicherheitsbestimmungen
erhalten. Natürlich ist nicht jeder Mitarbeiter in gleicher Weise von der Gefahr betroffen
oder an der Verriegelung/Kennzeichnung beteiligt. Daher sind nicht für jeden Mitarbeiter
die gleichen umfangreichen Schulungsmaßnahmen erforderlich.
Um zu ermitteln, wie viel Schulung jeder Mitarbeiter benötigt, werden die Mitarbeiter in drei
Gruppen unterteilt. Jede Gruppe erhält eine im Umfang angepasste Schulung.
Befugte Mitarbeiter:
Diese Mitarbeiter bringen die Schlösser und Warnschilder an und führen auch die Instand-
haltungs- und Servicearbeiten durch. Sie müssen deshalb die umfangreichste Schulung
zur Spannungskontrolle erhalten. Zunächst müssen sie alle Spannungsquellen kennen
und messen können. Befugte Mitarbeiter müssen auch Spannungsquellen finden können,
die nicht auf den ersten Blick als solche zu erkennen sind. Dies beinhaltet Spannungsquel-
len im Bereich Elektrik, Mechanik, Hydraulik, Pneumatik, Chemie, Wärme und Gravitation.
Wenn die Mitarbeiter diese Spannungsquellen erkennen können, müssen sie eine Schu-
lung erhalten, wie sie die Spannung gefahrlos isolieren, kontrollieren und freisetzen kön-
nen.
2 Sicherheit
2.8 EGB-Richtlinien
Betriebsanleitung ASM ProcessLens Dual-lane 06/2018 43
Betroffene Mitarbeiter
Dies sind Mitarbeiter, die die Maschinen oder Baugruppen bedienen, die deaktiviert wer-
den sollen. Außerdem sind dies auch Mitarbeiter, die in einem Bereich mit Ausstattung ar-
beiten, die verriegelt oder gekennzeichnet wird. Diese Mitarbeiter müssen wissen, wie bei
dem Verfahren zur Spannungskontrolle vorgegangen wird. Zudem müssen sie wissen,
warum es wichtig ist, eine Verriegelung/Kennzeichnung anzubringen, wie Schilder zur
Kennzeichnung und Verriegelungen aussehen und warum sie diese Schilder bzw. Verrie-
gelungen nicht entfernen dürfen.
Alle anderen Personen
Dies sind alle Mitarbeiter, die nicht befugt bzw. nicht von diesem Verfahren betroffen sind.
Dazu gehören Büropersonal, Manager und höheres Management. Auch wenn dieser Per-
sonenkreis keinen direkten Bezug zu den Anlagen hat, die verriegelt bzw. gekennzeichnet
werden, ist ein gewisses Maß an Schulung erforderlich.
Um das Verriegelungs-/Kennzeichnungsverfahren zu bewerten, führt die Sicherheitsabtei-
lung regelmäßig Inspektionen durch. Im Rahmen dieser Inspektion dokumentiert die Si-
cherheitsabteilung, ob alle Aspekte des Verfahrens befolgt werden. Die Sicherheitsabtei-
lung veranlasst eine Nachschulung in einem Unterrichtsraum oder eine erneute Schulung
zu dem Verfahren.
2.7.6 Prüfung
Dieses Verfahren wird geprüft und bei Bedarf geändert; dies erfolgt mindestens einmal pro Jahr.
2.8 EGB-Richtlinien
2.8.1 Was bedeutet EGB?
Abb.28: EGB-Aufkleber
Fast alle modernen Baugruppen sind mit hochintegrierten Bausteinen
bzw. Bauelementen in MOS-Technik bestückt. Diese elektronischen
Bauelemente sind technologisch bedingt sehr empfindlich gegen
Überspannungen und damit auch gegen elektrostatische Entladung.
Die Kurzbezeichnung für elektrostatisch gefährdete Baugruppen ist
EGB. Daneben findet man häufig auch die international gebräuch-
liche Bezeichnung ESD (Electrostatic Sensitive Device). Nebenste-
hendes Symbol auf Schildern an Schränken, Baugruppenträgern
oder Verpackungen weist auf die Verwendung von elektrostatisch ge-
fährdeten Bauelementen und damit auf die Berührungsempfind-
lichkeit der betreffenden Baugruppen hin.
EGBs können durch Spannungen und Energien zerstört werden, die weit unterhalb der Wahrneh-
mungsgrenze des Menschen liegen. Solche Spannungen treten bereits dann auf, wenn ein Bau-
element oder eine Baugruppe von einem nicht elektrostatisch entladenen Menschen berührt wird.
Bauelemente, die solchen Überspannungen ausgesetzt wurden, können in den meisten Fällen
nicht sofort als fehlerhaft erkannt werden, da sich erst nach längerer Betriebszeit ein Fehlverhal-
ten einstellen kann.
2.8.2 Wichtige Schutzmaßnahmen gegen statische Aufladung
Die meisten Kunststoffe sind stark aufladbar und deshalb unbedingt von den gefährdeten
Bauelementen fernzuhalten!
Beim Umgang mit elektrostatisch gefährdeten Bauelementen ist auf gute Erdung von Mensch,
Arbeitsplatz und Verpackung zu achten!