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Betriebsanleitung Linienrechner UNIX 11 Produktionsmittel / Optimierung
Softwareversion 502.xx Ausgabe 10/2000 11.4 Optimierungs-Dialog
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- Rüstfamilienbildung EIN/AUS
Mit diesem Button kann die Option "Rüstfamilienbildung" ein- oder ausgeschaltet werden. Ist die
Option ausgeschaltet, kann die Optimierung keine Rüstfamilien bilden, sondern nur eine Rüstung
erzeugen oder ggf. die Optimierung mit einer Fehlermeldung abbrechen.
- UMRÜSTZEITEN
Die Rüstoptimierung benötigt eine Grundlage für die Berechnung der Umrüstzeiten. Mit den folgenden
Parametern kann eingestellt werden, wieviel Zeit für die Umrüstung benötigt wird.
- Grundumrüstzeit [sec]: Die Grundumrüstzeit umfasst die Zeit, die zwischen der letzten Bestückung
aus der Vorgängerrüstung und der ersten Bestückung der Folgerüstung verbraucht wird. Die Umrüst-
zeiten werden nicht mitgerechnet. Die Defaulteinstellung ist 600 sec.
- Wechselzeit beim Wagen [sec]: Die geschätzte Dauer für den Ausbau bzw. Einbau eines Bauele-
mente-Wechseltisches. Die Förderer werden außerhalb der Anlage auf einem zweiten Wechseltisch
parallel zur Bestückung vorbereitet. Der Wechseltisch wird beim Umrüstvorgang komplett ausge-
tauscht. Die Defaulteinstellung ist 180 sec (= 90 sec Abrüsten + 90 sec Aufrüsten).
Um diesen Parameter verwenden zu können, muss im Konfigurations-Editor ein Förderbereich als
Bauelemente-Wechseltisch definiert sein (siehe
Kap. 12).
- Wechselzeit beim Förderer [sec]: Die geschätzte Dauer für den Ausbau bzw. Einbau eines Förde-
rers auf dem festen Bauelementetisch. Die Förderer werden außerhalb der Anlage parallel zur
Bestückung vorbereitet. Sie müssen einzeln umgerüstet werden, dadurch steigt der Umrüstaufwand
mit der Anzahl umzurüstender Komponenten.
Die Defaulteinstellung ist 60 sec (= 30 sec Abrüsten + 30 sec Aufrüsten).
- Wechselzeit beim MTC [sec]: Die geschätzte Dauer für den Ausbau bzw. Einbau der Flächenmaga-
zin-Träger aus dem Matrix-Tray-Changer. Die Flächenmazine werden außerhalb der Anlage zur
Bestückung vorbereitet und in die Flächenmagazin-Träger gesetzt.
Die Defaulteinstellung ist 7200 sec (= 3600 sec Abrüsten + 3600 sec Aufrüsten).
- Wechseltische auffüllen
Mit diesem Parameter kann eingestellt werden, dass auf den Wechseltischen Bauelemente der
Anfangsrüstung in die Folgerüstung übernommen werden, auch wenn sie nicht benötigt werden.
Dadurch wird der Umrüstaufwand gering gehalten.
Hinweis: Dieser Parameter hat nur Auswirkungen auf die Rüstfamilienbildung.
Bedeutung der Buttons
- Zurücksetzen
Mit diesem Button werden die Standardwerte auf die Defaultwerte zurückgesetzt. Sie werden dabei
gelöscht.
- OK
Mit diesem Button werden die geänderten Werte übernommen.
- Abbruch
Mit diesem Button werden die geänderten Werte verworfen und der alte Stand wieder hergestellt.

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11.4.3.2 Beispiele zur Parametereinstellung
Die Parametereinstellung für die Rüstoptimierung hängt sehr stark von der Häufigkeit der Rüstwechsel
innerhalb einer Fertigung ab.
Anhand von drei Beispielen soll dargestellt werden, wie die Parameter in den verschiedenen Fertigungssitua-
tionen eingestellt werden können:
● hoch-flexible Fertigung: es werden in kürzester Zeit viele verschiedene Aufträge mit Rüstwechsel
gefertigt.
● flexible Fertigung: es werden häufig Rüstwechsel durchgeführt, wobei auch immer wieder die glei-
chen Aufträge gefertigt werden.
● starre Fertigung: es wird über einen langen Zeitraum unverändert nur mit einer einzigen Rüstung
gefertigt.
Beispiel 1: hoch-flexible Fertigung
Rüstproblem:
Bei einer hoch-flexiblen Fertigung wird täglich umgerüstet, um neue Produkte zu fertigen. Es wird
auftragsbezogen umgerüstet.
Ziel:
Für einen Auftrag soll möglichst schnell eine Rüstung berechnet werden. Der Umrüstaufwand soll so gering
wie möglich sein. Die Produktionszeit spielt eine untergeordnete Rolle.
Parametereinstellung:
● Familienbildung nach der Methode Sequenz.
● Maximale Anzahl (Förderer) bei Dominanz: 1.
● Anzahl Iterationsschritte: 1
(Bei der Einstellung 0 wird eine einzige Rüstung erzeugt. Sie ist jedoch nicht optimiert. Dies ist die
kürzeste Art, zu einer Rüstung zu kommen.).
Losdateieinstellung:
● Die Losgröße auf 1 stellen, damit nur die Umrüstzeit eine Rolle spielt.
● Eine Anfangsrüstung eingeben, d.h. die z.Z. gerüstete Rüstung der Linie.
Auswirkung:
Es wird in der kürzest möglichen Zeit aus der Anfangsrüstung eine Folgerüstung errechnet, die folgende
Eigenschaften hat:
● Es wird eine minimale Umrüstzeit von der Anfangsrüstung zur Folgerüstung erreicht.
● Jedes Bauelement ist nur ein einziges Mal gerüstet. Die Dominanz von Bauelementen wird unter-
drückt.
● Förderer mit zwei Fächern, die aus der Anfangsrüstung in die Folgerüstung übernommen werden,
bleiben spurtreu gerüstet.
● Nicht benötigte Bauelemente der Anfangsrüstung bleiben stehen.

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Beispiel 2: flexible Fertigung
Rüstproblem:
Bei einer flexiblen Fertigung werden häufig Rüstwechsel durchgeführt, wobei auch immer wieder die
gleichen Aufträge gefertigt werden. Es wird mittelfristig geplant.
Ziel:
Zusammenfassen von Produkten zu Rüstfamilien mit dem Schwerpunkt auf geringer Produktionszeit.
Umrüstvorgänge möglichst auf Wechseltische beschränken.
Parametereinstellung:
● Familienbildung nach der Methode Mittelwert.
● Maximale Anzahl (Förderer) bei Dominanz: 2.
● Anzahl Iterationsschritte: 5.
Losdateieinstellung:
● Die Losgröße auf einen realistischen Wert stellen.
● Eine Festrüstung eingeben, falls gewünscht.
Auswirkung:
Es wird in mittlerer Zeit eine Rüstung bzw. eine Rüstfamilie berechnet, die folgende Eigenschaften hat:
● Die Umrüstzeit wird entsprechend der Losgröße berücksichtigt.
● Die Umrüstvorgänge beschränken sich auf die Wechselwägen (falls konfiguriert).
● Die Produktionszeit wird optimiert. Es entsteht ein Kompromiß zwischen Produktionszeit und Umrüst-
zeit.