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2.11 Material Manager an der Line
An der Linie muss der Bediener keine Material Manager spezifischen Aktionen durchführen. Die
relevanten Informationen erhält der Material Manager automatisch von ASM Setup Center.
Material rüsten bzw. anspleißen
Durch das Scannen der Barcodes erkennt Setup Center, wenn eine neue Rolle bzw. ein vorgerüstetes
Zuführmodul an die Linie kommt. Setup Center sendet eine entsprechende Nachricht an den Material
Manager, der daraufhin die Rolle an die Linie bucht.
Abrüsten
Jeder Produktionslinie ist in der Regel ein Storage Zone zugeordnet, von der die für die Produktion
benötigten Materialien zugeliefert werden. Jede Storage Zone enthält wiederum eine Storage Unit vom
Typ PickingPlace. Der PickingPlace ist ein temporäres Unterlager, auf das Materialien automatisch
gebucht werden, wenn sich diese im "Dazwischen" befinden, z.B. wenn sie auf einem Wagen oder in
einer Kiste von einem Lager zur Linie oder von der Linie wieder zurück ins Lager transportiert werden.
Beim Abrüsten einer Maschine werden alle übrig gebliebenen Materialien auf die für die Produktionslinie
als Zulieferlager eingestellte Storage Zone gebucht und zurückgeliefert, genauer gesagt auf die in dieser
Storage Zone als PickingPlace fungierende Storage Unit.
Nachbestellen
Wenn Sie feststellen, dass Sie neues Material benötigen, können Sie dieses über den PDA
nachbestellen.
1. Wählen Sie am PDA den Dialog Materialanforderung.
2. Wählen Sie unter Platz die Produktionslinie, für die Sie Material anfordern wollen.
3. Scannen Sie die Materialnummer bzw. die Gebindenummer des gewünschten Materials oder das
Spurlinieal der gerüsteten Rolle, für die Sie Nachschub benötigen, oder geben Sie diese über die
Tastatur ein.
Wenn Sie die Gebindenummer eingescannt haben, wird automatisch die dazu passende
Materialnummer ermittelt und am PDA angezeigt.
4. Drücken Sie auf Liste abschließen und abarbeiten.
Der Material Manager erzeugt eine Materialbedarfsliste, die, wie unter Abschnitt Material auslagern auf
Seite 62 beschrieben, abgearbeitet werden kann.

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2.12 MSD-Handling
MSD-Verwaltung
SMD-Bauelemente reagieren unterschiedlich auf Feuchtigkeit, die sich in der Raumluft befindet. Bei
einigen Bauelementen sammelt sich im Laufe der Zeit Feuchtigkeit im Inneren, die dann beim Löten
schlagartig verdampft. Dies kann dazu führen, dass Bauelemente platzen und unbrauchbar werden.
Aus diesem Grund machen Hersteller von SMD-Bauelemente genaue Angaben, unter welchen
Bedingungen die verschiedenen Bauelemente zu lagern und wie sie zu verarbeiten sind.
Der am häufigsten verwendete und im Material Manager implementierte Standard zum Klassifizieren der
Anfälligkeiten von SMD-Bauelementen ist J-STD-020 und wurde von der JEDEC veröffentlicht. Im
Material Manager wird dieser Standard unter der Bezeichnung MSD Level geführt.
Nach dem Öffnen der luftdichten Verpackung ist ein Material mit begrenzter Haltbarkeit (MSD Level > 1)
nur entsprechend dem vom Hersteller angegebenen MSD Level für die Produktion geeignet. Aus diesem
Grund wird dieser Zeitpunkt Material Manager genau protokolliert.
Der Material Manager führt für jedes MSD-Gebinde die Zeit mit, die das Gebinde noch verarbeitet werden
kann. Der Zeitraum, in dem ein Gebinde verbarbeitet werden kann, ergibt sich aus dem Zeitpunkt, zu
dem das Gebinde der Umgebungsfeuchte ausgesetzt wurde, und dem MSD Level.
l Starten Sie die MSD-Offenzeit, wenn Sie die luftdichte Verpackung eines Gebindes mit begrenzter
Haltbarbeit öffnen oder wenn Sie das Gebinde aus einem speziellen Trockenlagerplatz (z.B.
Stickstofflagerplatz) entnehmen.
l Stoppen (unterbrechen) Sie die MSD-Offenzeit, wenn Sie das Gebinde mit begrenzter Haltbarbeit in
einen speziellen Trockenlagerplatz (z.B. Stickstofflagerplatz) einlagern.
l Sie können die MSD-Offenzeit eines Gebindes mit begrenzter Haltbarbeit unter bestimmten
Voraussetzungen zurücksetzen. Das Öffnungsdatum wird aus der Datenbank entfernt, das Gebinde
wird behandelt, als wäre die Verpackung noch nicht geöffnet worden.
Das Zurücksetzen der MSD-Offenzeit wird zur Fehlerkorrektur verwendet, z.B. bei Verwechslungen,
wenn versehentlich die MSD-Offenzeit eines falschen Gebindes gestartet wurde.
Weitere Informationen zum Starten und Stoppen der MSD-Offenzeit finden Sie in der Beschreibung zum
DialogMSD-Verwaltung auf Seite 164.
Der Material Manager verhindert nicht, dass Gebinde ausgelagert werden, deren MSD-Offenzeit bereits
abgelaufen ist. Der Bediener bekommt am PDA allerdings einen Hinweis, wenn die Restlaufzeit eines
Gebindes unterhalb eines konfigurierbaren Schwellwerts liegt.
MSD-Trocknung
Hinweis
Voraussetzung
Die Bestätigung des Trockenvorgangs ist nur möglich, wenn das Gebinde zuvor in einer
Storage Unit vom Typ Backing (Trockenofen) eingebucht wurde.
Nach dem Öffnen der luftdichten Verpackung oder der Entnahme eines Gebindes aus einem
Trockenlagerplatz ist ein Material mit begrenzter Haltbarkeit (MSD Level > 1) nur entsprechend dem vom
Hersteller angegebenen MSD Level für die Produktion geeignet.

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Um die Haltbarkeit eines Gebindes zu verlängern ist es möglich, dem Gebinde in einen speziell dafür
geeignetem Trockenofen nach einem streng definierten Prozess die Feuchtigkeit teilweise oder
vollständig zu entziehen.
Wenn der Trockenvorgang vollständig abgeschlossen ist, können Sie in diesem Dialog die MSD-
Offenzeit eines Gebindes mit begrenzter Haltbarkeit auf einen definierten Wert zurücksetzen.
Hinweis
Die Maximale Anzahl an Trocknungen als auch die Trockenzeiten für die verschiedenen
Bauteildicken konfigurieren Sie im ASM Studio im OIB-Mudul Factory Explorer im Menü
Zentrale Einstellungen unter Globale Einstellungen im Register MSD-Trocknung (siehe
Abschnitt Register MSD-Trocknung auf Seite 381).
MSD-Material trocken lagern
Um ein Gebinde vor Feuchtigkeit zu schützen können Sie dieses in einem Trockenschrank lagern. Wird
ein Gebinde in einen im Material Manager als Trockenschrank definierten Lagerort eingebucht, merkt
sich der Material Manager diesen Zeitpunkt. Wird das Gebinde wieder ausgebucht, bekommt das
Gebinde eine Gutschrift für den Zeitraum, in dem es sich im Trockenschrank befunden hat. Die
Gutschrift wird auf das Öffnungsdatum des Gebindes addiert, d.h. der MSD-Start-Stempel wird
entsprechend verschoben.
Weitere Informationen zum Anlegen eines Trockenschranks finden Sie in Abschnitt Trockenschrank auf
Seite 34.
MSD-Material einschweißen
Um die Verwendbarkeit eines Materials mit begrenzter Haltbarkeit (MSD Level > 1) zu verlängern, kann
dieses in eine luftdichte Verpackung eingeschweißt werden. Nach dem Einschweißen wird für dieses
Gebinde bzw. die Gebindekette ein MSD-Stopp durchgeführt, d.h. die MSD-Restlaufzeit des Gebindes
wird angehalten.
Das Gebinde kann anschließend in einen beliebigen Lagerplatz eingelagert werden.
Der Material Manager geht davon aus, dass das Gebinde eingeschweißt bleibt, bis es aufgerüstet wird.
Das Rüsten wird dem Material Manager von Setup Center mitgeteilt. Wie beim Ausbuchen aus dem
Trockenschrank bekommt das Gebinde dann eine Gutschrift für den Zeitraum, in dem es eingeschweißt
war.
In der Praxis wird das Gebinde aus dem Beutel entnommen, bevor es gerüstet wird. Um diesen Vorgang
abzubilden, reduziert der Material Manager die Gutschrift um einen konfigurierbaren Wert, der MSD
Strafzeit .
Die MSD Strafzeit können Sie verhindern, indem Sie beim Öffnen der Verpackung mit Hilfe der PDA-
Funktion MSD-Start dem Material Manager mitteilen, dass die luftdichte Verpackung geöffnet wurde.
Eine Beschreibung zum Einstellen der MSD Strafzeit finden Sie in Abschnitt Register
Gebindeverwaltung auf Seite 377.
Weitere Information zur PDA-Funktion MSD-Start finden Sie in Abschnitt Dialog Start - Stop auf Seite
313.
Hinweis
MSD Strafzeiten
Diverse weitere Aktionen im Material Manager führen zum automatischen datentechnischen
Öffnen der luftdichte Verpackung und dadurch zu einem MSD-Start, z.B. die Funktion IC-
Programmierung. In all diesen Fällen wird eine MSD Strafzeit verhängt.